Heute gibt’s ‚Bildungsblog’! Um Missverständnissen am Hochzeitstag aus dem Weg zu gehen, werde ich versuchen, ein bisschen was von den Traditionen die wir an diesem Tag erleben werden zu erklären.
- Sper/Maut: Bei einer ‚Sper’ wird die Hochzeitsgesellschaft von der Burschenschaft/Landjugend/Zechburschen (wie man sie halt nennen will) aufgehalten. Nach dem aufhalten gibt’s ein bisschen was zu tun für das Brautpaar. Je nach dem, wie sich das Brautpaar anstellt, wird eine Maut verlangt, damit die Hochzeitsgesellschaft weiterfahren darf. Die Höhe der Maut ist aber natürlich verhandelbar. Das übernehmen die Beistände. Uns als Hochzeitspaar isses nämlich eigentlich wurscht. Die Beistände, mit Hilfe der Hochzeitsgesellschaft, bringen dann die ausverhandelte Summe an Geld auf. Dieses Geld gehört dann der Burschenschaft. Das ist quasi der Obolus oder die Auslöse für das Ausscheiden aus der Burschenschaft. Wieviele Spern es geben wird, weiß ich nicht. Ich Tippe auf etwas zwischen 0 und 4.
- Braut / Bräutigam stehlen: Im Laufe des Abends werden die Braut und der Bräutigam von der Burschenschaft gestohlen. Die Beistände suchen dann die Brautleute in den umliegenden Gasthöfen. Wenn Sie gefunden wurden, zahlen Sie die angefallene Rechnung und Braut bzw. Bräutigam kehren gemeinsam mit den Beiständen zur Hochzeit zurück.
- Geschenke: Schwieriges Thema. Wir freuen uns am meisten über euer erscheinen. Das ist wirklich so gemeint, und stand ja auch schon auf der Einladung. Sollte uns jemand trotzdem was gutes tun wollen, und uns ein Geldgeschenk machen wollen, wird dafür auf der Burg in St. Stefan, wo das Abendessen stattfinden wird ein extra Tisch zur Verfügung gestellt, wo diese Geschenke hingelegt werden. Das heißt: Wenn jemand glaubt, er tut dem Brautpaar was gutes, wenn er extra viel Geld bei der Sper locker macht, dann stimmt das nicht. Dieses Geld kommt nämlich nur der Burschenschaft zu Gute!
- Stimmung: Den Rest sollten wir einfach auf uns zukommen lassen. Elli und ich wollen vor allem einen lustigen und schönen Tag mit euch verbringen, der nicht in Stress ausartet. Wir freuen uns schon riesig auf euch und hoffen, dass eure Vorfreude auch schön langsam anwächst.
Soweit war’s das von mir, wenn es noch irgendwelche Fragen gibt, erreicht Ihr mich und Elli (die hat übrigens wieder ihre alte HandyNummer -> die mit dem Geburtsdatum!) je eh am Telefon, oder ihr stellt eure Frage einfach bei den Kommentaren. Ich werde versuchen sie euch dann so gut wie möglich zu beantworten.
Bis bald,
Das Klugscheiß-Brot
Beigabe: Das habe ich von der Homepage der Katholischen Kirche Kärnten. Die erklären Maut auch nochmal!

"MAUT" – ein alter Brauch bei dem der Weg des Brautpaares versperrt und erst nach Lösung von Aufgaben (gemeinsam oder einzeln) wieder freigegeben wird. Hier müssen Karoline und Fritz einen Baumstamm durchsägen. Ein Test für ihre Fähigkeit zur guten Zusammenarbeit in der Ehe. Fritz musste auch beweisen, dass er mit dem Computer umgehen kann. Ein Text ohne Leerzeilen sollte er fehlerfrei abschreiben. Ein Test für seine Berufstauglichkeit. Karoline stand noch vor der Aufgabe "Ehegebote" zu formulieren. Eine “Überprüfung" ihrer Einstellung zur Ehe und zum Schluss wartete auf das Brautpaar noch eine kniffelige Rechenaufgabe die mit Hilfe aller Anwesenden problemlos gelöst wurde. Dann war der Weg zur Kirche frei.




